Nähen mit Softshell

Was ist Softshell?

Softshell wurde als Funktionstextilie entwickelt und ist meist im Bereich der Sport- und Freizeitbekleidung zu finden. Längst hat Softshell als Meterware Einzug gehalten in den Nähkosmos und ist dort nicht mehr wegzudenken. In wunderschönen Farben oder auch mit Musterdruck, die Auswahl ist riesengroß.

Er lässt sich toll verarbeiten, da er von Haus aus griffig ist und einen guten Stand hat. Deshalb eignet er sich natürlich ganz besonders gut für das Nähen von Jacken und Mänteln. Auch ist seine Materialstruktur dafür geeignet, denn er hat eine äußere Schicht, die wasserabweisend ist und dabei im Inneren dennoch flauschig warm. Feuchtigkeit gelangt kaum von der Oberfläche nach Innen, wird aber von Innen nach Außen transportiert. Das erhöht den Tragekomfort.

Grundregeln zum Nähen mit Softshell

Um Softshell zu vernähen gibt es ein paar wichtige Grundregeln. Du solltest eine neue Qualitätsnadel verwenden, ebenso wie Qualitätsgarn. Andernfalls kann es vorkommen, dass Stiche ausgelassen werden oder sich gar keine Naht bildet. Eine 90er Universalnadel ist meist die richtige Wahl, du kannst aber auch auf eine Microtexnadel zurückgreifen. Gerade bei feineren Softshells ist sie gut geeignet, da sie eine schlanke Spitze hat, die aber nicht scharfkantig geschliffen ist. Dadurch beschädigt sie das Material nicht. Allerdings ist sie deutlich sensibler als die Universalnadel und erleidet schneller Beschädigungen.


Gutes Garn!

Gutes Garn hat eine glattere Struktur und rutscht daher leichter durch den Stoff, als qualitativ schlechtes Garn. Grundsätzlich empfiehlt es sich immer auf einem Probestück ein paar Stiche zu nähen, ehe es an das eigentliche Nähgut geht.


Softshell stecken und bügeln

Es hält sich beständig das Gerücht, man könne Softshell nicht stecken. Doch das ist nicht richtig. Wenn du mit Stecknadeln arbeiten willst, dann besorge dir extra feine Nadeln. Es gibt da einen himmelweiten Unterschied und der ist nicht unbedingt an einen Hersteller gebunden. Auch teure Stecknadeln können zu dick sein und hinterlassen im Softshell kleine Löcher. Mit extrafeinen Nadeln passiert das nicht und das Nähen wird sehr erleichtert.

Zum Bügeln solltest du immer ein Baumwolltuch zwischen den Stoff und das Bügeleisen legen und auf langen Kontakt mit dem Bügeleisen verzichten.

Du brauchst Softshell nicht versäubern, da er nicht ausfranst. Ich persönlich rate zum Nichtversäubern, da die Naht flacher liegt ohne zusätzliche Versäuberungsfäden. Solltest du nicht auf das Versäubern verzichten wollen, ist es besser jeden Stoff einlagig zu versäubern, statt mehrlagig zusammen.

Um zu vermeiden, das Nähte abstehen, kannst du sie nochmal absteppen. Dazu legst du die Nahtzugaben auseinander, bügelst sie flach und nähst im gleichmäßigen Abstand zur Ursprungsnaht nochmal rechts und links daneben.

Falls du bisher einen Bogen um Softshell gemacht hast, hoffe ich, dass diese Tipps dich ermuntert haben, es einmal zu versuchen. Es ist wirklich ein tolles Material.


Viel Spaß beim Nähen!
Herzliche Grüße, Deine




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